Information: Die Bezeichnung First Responder Plus gilt für den Kanton Graubünden (+ zeigt auf, dass die First Responder durch den Verbandsarzt der ARS erweiterte Kompetenzen zugesprochen werden wie: Pulsoxymetrie, Abgabe von Medizinal Sauerstoff und die erweiterte Überprüfung der Vitalfunktionen). In den meisten restlichen Schweizer Kantonen sind die First Responder über die Feuerwehren und deren Sanitätszüge organisiert resp. Angegliedert. Die First Responder Plus sind in Ortsgruppen zu jeweils 5 Mitgliedern organisiert.
Bei einem Herz–Kreislauf-Stillstand muss es schnell gehen, jede Minute zählt. Mit jeder weiteren Minute sinkt die Überlebenschance des Betroffenen um ca. 10%. Nachdem ein Notruf bei der SNZ (Sanität Notruf Zentrale) eingeht, verstreichen in der Regel etwa 10-15 Minuten bis der Rettungsdienst beim Patienten eintrifft. Jedoch ist es der Rettung im Kanton Graubünden nicht immer möglich, in 10-15 Minuten am Einsatzort einzutreffen. Für diese Fälle hat die ARS im Auftrag vom Gesundheitsamt und der Regierung des Kantons Graubünden in den ländlichen und abgeschiedenen Gebieten im Kanton Graubünden die First Responder Plus ins Leben gerufen. Die First Responder Plus werden gleichzeitig mit dem Rettungsdienst von der Notrufzentrale aufgeboten und können so die Zeit bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes am Einsatzort überbrücken. Die First Responder Plus sind durchschnittlich in 5 Minuten am Einsatzort und können erste Massnahmen zur Lebensrettung einleiten, wie: Prüfen der Vitalfunktionen, Stillen von lebensbedrohlichen Blutungen, Start einer Reanimation inkl. Einsatz von Defibrillator und Abgabe von Medizinal Sauerstoff. Im Weiteren geben sie eine erste Rückmeldung an die SNZ über den Zustand des Patienten, um weitere Rettungsmittel alarmieren zu können (Notarzt, weiterer Krankenwagen (NEF) oder die Feuerwehr zur Unterstützung bei einer nötigen Bergung des Patienten). Ziel der First Responder ist es, die Verkürzung der interventionsfreien Zeit der professionellen Einsatzkräfte zu erreichen. Sie werden hauptsächlich dann alarmiert, wenn bei der Alarmierung folgende Stichwörter fallen: leblose Personen, bewusstlose Personen, Brustschmerzen, Atemnot und stark sichtbare Blutungen. Als First Responder Plus wird man während 24 Stunden an 7 Tage die Woche bei Bedarf aufgeboten. Befindet sich ein Mitglied einer Ortsgruppe zum Zeitpunkt der Alarmierung ausserhalb der Ortschaft und kann den Einsatzort nicht innerhalb von 5 Minuten nach den geltenden Verkehrsregeln erreichen, kann er den Einsatz auch ohne Folgen ablehnen.